


JUGENDFEST
19 Mayıs Gençlik ve Spor Bayramı
|
...nach dem Ende des Ersten Weltkrieges kehrten die deutschen Offiziere und Soldaten, die in der osmanischen Armee gekämpft hatten, nach Deutschland zurück. Als Befehlshaber der Blitztruppen gab Mustafa Kemal Pascha in einem Rundschreiben vom 1. November 1918 den türkischen Soldaten die Anweisung, ”den deutschen und österreichischen Offizieren und Soldaten, mit denen wir 4 Jahre lang gemeinsam gekämpft haben, bei ihrer Rückkehr in die Heimat jede Hilfe zu gewähren und ihnen die türkische Gastfreundschaft zu erweisen” Der nach der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens von Mudros am 30. Oktober 1918 einsetzenden Besatzung des Osmanischen Reiches durch die Alliierten widersetzte sich das türkische Volk. Um diesen Widerstand zu organisieren, fuhr Mustafa Kemal Pascha mit dem Schiff ”Bandirma” nach Samsun am Ufer des Schwarzen Meeres, wo er am 19. Mai 1919 landete. Der 19. Mai 1919 ist das Datum des Beginns des Nationalen Befreiungskampfes des türkischen Volkes Damit begann ein organisierter Kampf gegen die Besatzungsmächte in Anatolien. Nach Kongressen in verschiedenen anatolischen Städten wurde am 23. April 1920 in Ankara die Große Türkische Nationalversammlung, das Parlament, eröffnet. Zum Präsidenten des Parlamentes wurde Mustafa Kemal Pascha gewählt. Damit wurde der nationale Freiheitskampf auf einem demokratischen Fundament, der Souveränität des Volkes, verankert. Nach dem Ende des Befreiungskampfes wurde der Friedensvertrag von Sèvre, der von dem osmanischen Staat und den Alliierten am 10. August 1920 geschlossen worden war, revidiert und am 24. Juli 1923 wurde der Friedensvertrag von Lausanne unterzeichnet. Mit diesem Vertrag erhielt die türkische Nation ihre Freiheit und Unabhängigkeit. Am 29. Oktober 1923 wurde die Türkische Republik ausgerufen. Das Parlament wählte Atatürk einstimmig zum Staatspräsidenten. Ausgehend von den Prinzipien ”die Staatsgewalt geht uneingeschränkt vom Volke aus” und ”Frieden im Lande und Frieden in der Welt” wurde die Republik Türkei aufgebaut. Um die Türkei auf das Niveau einer zeitgemäßen westlichen Zivilisation zu führen, leitete Atatürk eine Reihe von Reformen auf sozialem, gesellschaftlichem und rechtlichem Gebiet ein. Nach der Gründung der Republik entstand anstelle der alten, zusammengebrochenen Ordnung eine neue Ordnung. Den Bedürfnissen des sozialen Lebens gemäß erhielten die Gesellschaft und das Staatswesen Gestalt und Ordnung. Atatürk sah dabei im Tragen eines Hutes anstelle des Fes ein Mittel, um in die Gesellschaft westliche Werte einzuführen. Eine andere Reform mit dem gleichen Ziel war die ”Schriftreform”. Anstelle der arabischen Schrift, die nahezu tausend Jahre lang benutzt worden war, wurde das lateinische Alphabet eingeführt, das dem Türkischen mehr entspricht und leichter zu lernen ist. Atatürk glaubte daran, daß die Sicherung der Zukunft der türkischen Republik durch eine gute Ausbildung der türkischen Jugend möglich sei. Bei jeder Gelegenheit betonte er sein Vertrauen in die Jugend und vertraute ihr die Republik an. Den 19. Mai 1919, das Datum des Beginns des Nationalen Befreiungskampfs, widmete er der Jugend, den 23. April 1920, das Datum der Eröffnung der Großen Türkischen Nationalversammlung, den Kindern. Jedes Jahr wird in der Türkei der 19. Mai als ”Fest der
Jugend und des Sports”, der 23. April als ”Fest des Kindes und der Nationalen
Unabhängigkeit” gefeiert. |