Nasreddin
Hodscha

Wer kennt nicht Nasreddin Hodscha,
den sprichwörtlichen Helden der türkischen Volksliteratur aus dem 13.
oder 14. Jahrhundert? Eine große Zahl von Anekdoten sind von diesem
volkstümlichen Lehrer und Geistlichen überliefert, der ein wenig an seinen
deutschen Verwandten Till Eulenspiegel erinnert. Auf Türkisch heißt er übrigens
Nasreddin Hoca, bisweilen wird sein Name auch Nasretin oder Nasrettin Hodja
geschrieben.
Nasreddin Hodscha führt uns in seinen Anekdoten anschaulich vor Augen, dass Humor und gesunder Menschenverstand im täglichen Leben sinnvoller sind als das blinde Befolgen starrer Dogmen. Lassen auch Sie sich von seinen munteren Geschichten verführen, die aus vergangenen Jahrhunderten stammen und dennoch zeitlos aktuell sind.
Älterer Bruder:
Als Nasreddin Hodscha noch ein Kind war, fragte ihn ein Erwachsener: “Wer ist
älter, du oder dein Bruder?”
Nasreddin dachte eine Weile nach und antwortete dann: “Letztes Jahr erzählte
meine Mutter mir, dass mein Bruder ein Jahr älter sei als ich. Demnach müssten
wir in diesem Jahr gleichaltrig sein.”
Arabischunterricht:
Ein Freund Nasreddin Hodschas wollte die arabische Sprache lernen. Der Hodscha
bot sich als leichtfertig als Lehrer an, obwohl er die Sprache selbst nicht
besonders gut beherrschte.
Als der Unterricht begann, wollte der lernbegierige Schüler wissen: "Wie sagt
man auf Arabisch: ‘Bitte eine kalte Suppe’?"
Nasreddin Hodscha ließ sich nicht in Verlegenheit bringen und antwortete
schlagfertig: "Oh, es ist nicht nötig, das zu lernen. Du brauchst die Wörter
‘kalte Suppe’ nicht, denn die Araber mögen ihre Suppe heiß!"
Beim Müller:
Einmal brachte Nasreddin Hodscha einen Sack mit Getreide zur Mühle, um es dort
mahlen zu lassen. Da gerade niemand anwesend war, ergriff der Hodscha die
günstige Gelegenheit beim Schopf und füllte Getreidekörner aus anderen Säcken in
seinen eigenen um.
Plötzlich aber stand der Müller neben ihm und fragte: "Hodscha, was machst du
denn da?" Der Hodscha machte ein harmloses Gesicht und sagte: "Ich bin ein
dummer Mann. Ich mache einfach das, was mir in den Sinn kommt."
Da antwortete der Müller: "So ist das also. Dann mach es doch auch einmal
umgekehrt und fülle Körner aus deinem Sack in meinen um."
Nasreddin Hodscha war um eine Antwort nicht verlegen: "Ja Herr, ich bin zwar
dumm, aber so weit geht die Dummheit nun doch nicht!"
Der Berg:
Der Hodscha brüstete sich manchmal mit seinen angeblich übernatürlichen Kräften.
Die Leute wollten einen Beweis dafür sehen und baten ihn, den Berg zu sich zu
rufen.
“Berg”, schrie der Hodscha, “komm zu mir!”
Natürlich bewegte sich der Berg nicht und so rief er wieder und wieder.
Schließlich ging Nasreddin Hodscha auf den Berg zu. Einer der Männer fragte
ihn:”Wohin gehst du?”
Der Hodscha erwiderte: “Ich bin nicht so ein widerspenstiger und eigensinniger
Mann. Wenn der Berg nicht zu mir kommen will, werde ich zu ihm gehen."
Der Besuch des Sultans:
Ein großes Ereignis stand bevor: der Sultan persönlich wollte in Nasreddin
Hodschas Stadt kommen. Der Hodscha war unsicher, wie der sich in Gegenwart des
Herrschers verhalten sollte. Einer der Beamten des Königs unterwies ihn, wie er
auf die üblichen Fragen des Sultans antworten sollte. Der Sultan würde zunächst
fragen, wie lange Nasreddin schon in der Stadt lebte und wie viele Jahre er
studiert hätte. Nasreddin Hodscha lernte seine Antworten auswendig, aber der
Sultan stellte die Fragen in anderer Reihenfolge:
"Wie viele Jahre hast du studiert?"
"38 Jahre, oh Sultan", antwortete der Hodscha.
"Wie alt bist du denn?"
"Dreizehn Jahre", erwiderte Nasreddin.
"Wie kann denn das möglich sein? Bist du verrückt, oder bin ich es?"
Auf diese unerwartete Frage hin überlegte Nasreddin Hodscha nur kurz, bevor er
antwortete "Wir sind beide verrückt, aber jeder auf eine andere Weise!"
Die Erde kippt:
Eines Tages fragte jemand den Hodscha: "Wie kommt es eigentlich, dass bei
Tagesbeginn alle Leute aufstehen und in unterschiedliche Richtungen gehen?"
"Ganz einfach", erwiderte Nasreddin Hodscha. Wenn jeder in dieselbe Richtung
ginge, würde die Erde umkippen!"
Der Fastenmonat Ramadan
Wisst ihr, wie Nasreddin Hodscha die 30 Tage im Monat Ramadan zählte? Für jeden
Fastentag legte er einen Stein in einen Topf. Seine kleine Tochter beobachtete
ihn einmal dabei und beschloss, ihrem Vater beim Sammeln von Steinen zu helfen.
Ohne sein Wissen legte sie also ein paar Steine dazu.
Nach ein paar Tagen wurde der Hodscha von einem Nachbarn gefragt: "Der wie
vielte Fastentag ist heute eigentlich?" Nasreddin Hodscha flitzte zu seinem Topf
und zählte die Steine. Stellt euch seine Überraschung vor, als er auf 125 Steine
kam! Aus Angst, ausgelacht zu werden, antwortete er dem Nachbarn: "Heute ist der
45. Tag."
Der Nachbar war sehr erstaunt. "Wie kann das sein, obwohl der ganze Fastenmonat
Ramadan nur 30 Tage hat?", fragte er.
Verlegen antwortete Nasreddin Hodscha: "Wenn man den Topf fragt, ist heute sogar
der 125. Tag."
Liebe Kinder, ihr habt es viel besser als der Hodscha. Öffnet einfach an jedem
Abend im Ramadan zum Iftar ein Türchen eures Kalenders, und ihr werdet euch
bestimmt nicht verzählen.
Die Feigen:
Einmal wurde Nasreddin Hodscha von einem reichen Mann zum Essen eingeladen.
Dessen Diener trugen viele verschiedene Gerichte herbei, aber keine Feigen.
Der Gastgeber bat den Hodscha: "Bevor du gehst, trage uns doch bitte einige
Abschnitte aus dem Koran vor, damit nach unseren Körpern auch unsere Seelen
gestärkt werden."
Der Hodscha öffnete den Koran bei dem Abschnitt, der so beginnt: ‘Über Feigen
und Oliven und den Berg Sinai’. Nasreddin begann zu lesen: "Im Namen des
gnädigen Gottes. Über die Oliven und den Berg Sinai."
Sogleich unterbrach ihn sein Gastgeber: "Du hast die Feigen vergessen!"
"Nein, mein Freund", antwortete Nasreddin Hodscha. "Du bist derjenige, der die
Feigen vergessen hat!"
Ein Festtag:
Als Nasreddin Hodscha einmal auf Reisen war, kam er in ein Dorf und sah mit
Erstaunen, dass alle Leute dort aßen und tanzten und fröhlich waren.
"Was für ein gesegneter Ort!", rief der Hodscha. "Dort, wo ich lebe, haben die
Leute kaum etwas zu essen."
"Eigentlich geht es uns hier genauso", erwiderte ein Mann. "Heute ist aber ein
besonderer Festtag. Dafür hat jeder aus dem Dorf etwas zu essen aufbewahrt und
heute zubereitet. Deshhalb haben wir so viel zu essen und trinken und freuen
uns."
Darüber dachte Nasreddin Hodscha eine Weile nach und seufzte dann:
"Wenn wir nur jeden Tag so ein Fest haben könnten! Dann wäre jeder so glücklich
wie heute und niemand müsste hungern."
Der Gebetsruf:
Gerade als vom Minarett der Ruf zum Gebet erklang, beobachteten die Leute, dass
der Hodscha von der Moschee wegeilte. Jemand rief ihm hinterher: "Wohin läufst
du, Hodscha?"
Der Hodscha rief zurück: "Das war der lauteste und durchdringendste Ruf, den ich
je gehört habe. Ich gehe jetzt so weit von der Moschee weg, bis ich herausfinde,
aus welcher Entfernung der Gebetsruf noch gehört werden kann!"
Geflügelte Kamele:
Einmal predigte Nasreddin Hodscha in der Moschee: "Lasst uns Gott danken, weil
er den Kamelen keine Flügel hat wachsen lassen."
"Wie kommst du denn darauf?", fragten ihn die Anwesenden sehr erstaunt.
Da antwortete der Hodscha: "Hätte Gott den Kamelen Flügeln gemacht, wären die
Dächer eurer Häuser längst eingestürzt!"
Der Gelehrte:
Ein Bauer, der nicht lesen konnte, brachte Nasreddin Hodscha einen Brief und bat
ihn, diesen vorzulesen. Doch der Hodscha beschied ihn: "Die Handschrift ist so
schlecht, dass ich den Brief nicht lesen kann."
Da wurde der Bauer böse und sagte: "Du trägst den Turban des Gelehrten und
kannst noch nicht einmal einen Brief lesen!"
Da setzte der Hodscha seinen Turban ab, legte ihn vor sich hin und meinte: "Wenn
du denkst, dass jeder, der einen Turban trägt, ein Gelehrter ist, dann setz du
ihn auf und lies den Brief vor!"
Das Gewicht der Katze
Nasreddin Hodscha aß gerne Fleisch und brachte eines Tages ein ganzes Kilo vom
Markt nach Hause. Er überließ das Fleisch seiner Frau zur Zubereitung und
verließ das Haus wieder, um noch einige Besorgungen zu machen. In der
Zwischenzeit kamen einige Nachbarinnen zu seiner Frau, und sie lud sie ein, von
dem köstlichen Fleisch zu probieren, von dem bald nichts mehr übrig war. Als der
Hodscha zurückkam und zum Mittagessen nur Suppe serviert bekam, traute er seinen
Augen nicht.
"Wo ist das Fleisch?", fragte er seine Frau.
"Das hat die Katze gefressen", erwiderte sie.
Der Hodscha sah die Katze an, die sehr klein und mager war. Er nahm die Katze
und legte sie auf die Waage. Sie zeigte genau ein Kilo an.
Da rief Nasreddin Hodscha sehr erstaunt aus: "Wenn dies das Fleisch ist, wo ist
denn dann die Katze? Wenn aber dies die Katze ist, wo ist dann das Fleisch?"
Gott sei Dank!
Eines Nachts sah der Hodscha im Garten eine dunkle Gestalt mit ausgebreiteten
Armen. Sofort nahm er seinen Bogen, zielte und schoss einen Pfeil ab.
"Oh," sagte er, "ich habe den Kerl getroffen, am Morgen werde ich mich um ihn
kümmern", und legte sich schlafen. Als der Hodscha am nächsten Morgen in den
Garten ging, sah er, was er in der Nacht mit dem Pfeil ins Herz getroffen hatte:
sein eigenes Hemd, das seine Frau am Tag zuvor gewaschen und zum Trocknen
aufgehängt hatte ...
"Gott sei Dank!", rief der Hoca klagend aus. "Gut, dass ich mich nicht darin
befand, sonst wäre ich schon längst gestorben!"
Im Sturm:
Einmal reiste Nasreddin Hodscha in einem Segelboot, als ein heftiger Sturm
aufkam. Das Boot wurde in den Wellen hin- und hergeworfen, und schließlich riss
sogar das Hauptsegel. Einige Segler kletterten auf den Mast und begannen, das
Segel notdürftig wieder zu befestigen.
Nasreddin konnte nicht verstehen, was sie dort machten, und sagte verzweifelt:
"Was tut ihr da? Wenn ihr möchtet, dass das Boot zu schaukeln aufhört, solltet
ihr es unten festbinden und nicht an der Spitze!"
Iss, mein Pelz, iss!
Eines Tages ging Nasreddin Hodscha in seiner Heimatstadt Akehir an einem Haus
vorbei, in dem Hochzeit gefeiert wurde. Zu gerne wollte er ebenfalls an der
Festtafel Platz nehmen. Da aber seine Kleidung alt und sein Aussehen unscheinbar
waren, nahm niemand von ihm Notiz. Man ließ ihn in einer Ecke neben der Tür
sitzen und bald darauf ging Nasreddin Hodscha nach Hause. Er zog seinen
schönsten und neuesten Pelz an und kehrte so ins Hochzeitshaus zurück.
Diesmal wurde er schon an der Tür begrüßt und man wies ihm einen Platz am Kopf
der Tafel zu. Als das Essen gereicht wurde, sagte der Hodscha : "Iss, mein Pelz,
iss!" und bot seinem Pelz die Speisen an, die er selbst nicht aß.
Schließlich kam dieses Verhalten allen Gästen seltsam vor und sie fragten: "Hodscha,
warum isst du nicht selbst, sondern bietest die Speisen deinem leblosen Pelz
an?"
Da erzählte der Hodscha, wie es ihm bei seinem ersten Kommen ergangen war, und
sagte: "Die ganze Aufmerksamkeit gilt dem Pelz, also soll er auch essen!"
Kalenderende:
Eines Tages kam Nasreddin Hodscha beim Markt vorbei und bemerkte, dass alle
Leute sich um einen einzigen Stand drängten, an dem eine Frau ihre Ware anpries.
Neugierig ging auch er dorthin und hörte, dass die Frau Ramadankalender
verkaufte, die mit Schokolade gefüllt waren.
Nasreddin Hodscha kaufte gleich einen Kalender und brachte ihn schnurstracks
nach Hause. Dort probierte er gleich ein Stück Schokolade. Als seine Frau kam,
aß auch sie ein Stück. Mittags kamen die Tochter und der Sohn aus der Schule und
probierten ebenfalls ein Stück Schokolade. Nachmittags kamen zwei Nachbarinnen
und ließen sich die Schokolade aus dem Kalender schmecken, ebenso wie Tante und
Onkel, die am Abend vorbeikamen.
Kurz gesagt: nach fünf Tagen war der Ramadankalender völlig leer. Wütend lief
der Hodscha zum Markt, um sich bei der Kalenderverkäuferin zu beschweren: “Ich
dachte, der Kalender ist für den ganzen Ramadan, dabei ist er schon nach fünf
Tagen leer, weil ich Schokolade gegessen habe, außerdem meine Frau, meine
Kinder, meine Nachbarn ...”
Da fing die Kalenderfrau an zu lachen und erklärte: “Der Kalender reicht bis zum
Ende des Ramadans, wenn eine Person an jedem Fastentag ein Stückchen Schokolade
nimmt.”
Da musste auch Nasreddin Hodscha lachen und kaufte gleich noch ein paar Kalender
für alle, denen die Schokolade so gut geschmeckt hatte.
Der Kochtopf
Eines Tages lieh sich Nasreddin Hodscha einen großen Kochtopf von seinem
Nachbarn aus. Einige Tage später gab er ihn mit einem zusätzlichen kleinen Topf
darin zurück.
"Was ist denn das?", fragte der Nachbar und blickte verwundert auf den kleinen
Topf.
"Oh, während dein Kochtopf in meinem Haus war, hat er den kleinen geboren",
erwiderte der Hodscha.
Sein Nachbar war über diese Mitteilung sehr erfreut und nahm beide Töpfe an
sich. Einige Zeit darauf lieh sich der Hodscha erneut den großen Kochtopf von
seinem Nachbarn aus. Diesmal wartete der Nachbar jedoch vergeblich auf die
Rückgabe, sodass er schließlich den Hodscha fragte: "Warum gibst du mir meinen
Topf nicht zurück?"
"Ich kann ihn dir nicht zurückgeben, denn dein Kochtopf ist gestorben",
antwortete Nasreddin Hodscha.
"Gestorben, wie kann ein Topf sterben?", fragte der Nachbar ungläubig.
"Warum nicht?", erwiderte der Hodscha. "Wenn du glaubst, dass der Kochtopf
gebären kann, dann musst du auch glauben, dass er gestorben ist."
Kritische Fragen:
Einmal unternahm Nasreddin Hodscha eine Reise mit seinem Sohn. Der Hodscha ließ
seinen Sohn auf ihrem Esel reiten, während er selbst zu Fuß ging.
Unterwegs begegneten sie einigen Leuten, die sagten: "Seht euch den gesunden
jungen Burschen an. So ist die Jugend von heute, sie hat keinen Respekt vor dem
Alter. Er reitet bequem den Esel und lässt seinen armen alten Vater zu Fuß
gehen."
Da war der Junge sehr beschämt und bestand darauf, zu Fuß zu gehen und seinen
Vater auf dem Esel reiten zu lassen. Folglich bestieg Nasreddin den Esel, und
der Sohn ging nebenher. Etwas später trafen sie einige andere Leute, die sich
sogleich empörten: "Nun seht euch das an. Der arme kleine Junge muss laufen,
während der Vater auf dem Esel reitet."
Nun meinte Nasreddin Hodscha zu seinem Sohn: "Das Beste, was wir tun können,
ist, dass wir beide zu Fuß gehen. Dann kann sich niemand beschweren." Sie
setzten also ihren Weg fort, indem beide neben dem Esel gingen. Nach einer Weile
trafen sie andere Reisende, die sogleich zu tuscheln begannen: "Seht euch doch
diese beiden Narren an. Beide gehen in dieser brennenden Sonne zu Fuß, obwohl
sie einen Esel haben.
Da wandte sich Nasreddin Hodscha verzweifelt seinem Sohn zu: "Wie kann man nur
der Kritik der Menschen entgehen?"
Nasreddin Hodschas Predigt:
Eines Tages bestieg der Hodscha die Kanzel, um zu predigen.
"Liebe Gemeinde, wisst ihr, welche Predigt ich euch nun halten werde?" fragte
er. Die Anwesenden riefen: "Nein, das wissen wir nicht."
"Wenn ihr es nicht wisst, was soll ich euch dann sagen?" antwortete ihnen der
Hodscha und verließ die Kanzel.
Am nächsten Tag bestieg er die Kanzel wieder und stellte dieselbe Frage. Dieses
Mal gaben die Leute zur Antwort: "Natürlich wissen wir es!"
"Wenn ihr es schon wisst, was soll ich euch dann sagen?" erwiderte der Hodscha
und verließ die Kanzel. Daraufhin beschlossen die Anwesenden, dass beim nächsten
Mal einige sagen sollten, sie wüssten es, und die anderen, sie wüssten es nicht.
Als der Hodscha am dritten Tag wieder die Kanzel bestieg und dieselbe Frage wie
zuvor stellte, antworteten sie: "Einige von uns wissen es, aber einige von uns
wissen es nicht!"
Daraufhin meinte der Hodscha: "Dann sollen die, die es wissen, es denen sagen,
die es nicht wissen!" und verließ die Kanzel.
Der neue Mond:
Nasreddin Hodschas Freunde wollten einmal von ihm wissen:
“Hodscha, wenn der neue Mond kommt, was passiert dann mit dem alten?”
Nasreddin Hodscha fiel es nicht schwer, seine Unwissenheit über dieses Thema zu
verbergen, und so lieferte er ihnen gleich die Antwort:
“Sie schneiden ihn in Stücke. Daraus entstehen die Sterne!”
Die Rettung des Mondes
Wie ihr wisst, fängt der Fastenmonat Ramadan erst an, wenn der Neumond zu sehen
ist. Was würde man nur machen, wenn es den Mond auf einmal nicht mehr gäbe? Wenn
ihr euch nicht vorstellen könnt, dass der Mond ganz verschwinden könnte, dann
lasst euch erzählen, was Nasreddin Hodscha einmal erlebte...
Eines Nachts hatte Nasreddin Hodscha großen Durst. Er ging in den Garten hinaus,
denn zu seiner Zeit holte man das Wasser noch vom Brunnen. Als er sich über den
Brunnen beugte, um Wasser zu ziehen, durchfuhr ihn ein gewaltiger Schreck: der
Vollmond sah von der Wasseroberfläche zu ihm empor.
Verzweifelt überlegte der Hodscha: "Der Mond ist in den Brunnen gefallen. Ich
muss ihn retten."
Schnell holte er ein Seil, befestigte einen Haken daran und ließ das Seil in den
Brunnen hinunter. Dann begann er, das Seil wieder hochzuziehen. Er musste sich
sehr anstrengen, denn das Seil hatte sich im Brunnen verhakt, während Hodscha
unter dem vermeintlichen Gewicht des Mondes stöhnte.
Plötzlich hielt das Seil dem kräftigen Ziehen nicht mehr stand und riss.
Nasreddin Hodscha fiel auf den Rücken, und dabei erblickte er über sich am
Himmel den Mond.
"Gott sei Dank, es ist mir gelungen, den Mond zu retten," seufzte der Hodscha so
erleichtert, dass er seinen schmerzenden Rücken ganz vergaß.
Die richtige Seite:
Eines Tages kam eine Gruppe von Religionsgelehrten zusammen, um über
verschiedene Fragen zu diskutieren. Einer von ihnen stellte die Frage: "Sollte
man bei einer Bestattung an der rechten oder an der linken Seite des Sarges
gehen?"
Sofort spaltete sich die Gruppe in zwei Lager. Die eine Hälfte vertrat diesen
Standpunkt: "Nein, nicht an der rechten Seite, sondern besser an der linken."
Die andere Hälfte dagegen behauptete das Gegenteil: "Nein, nicht an der linken
Seite, sondern besser an der rechten."
So argumentierten sie hin und her und konnten sich nicht entscheiden, welches
die bessere Seite sei. Da kam zufällig Nasreddin Hodscha vorbei und die
Gelehrten fragten ihn nach seiner Meinung. Der zögerte nicht lange und erwiderte
fröhlich: "Es kommt nicht darauf an, ob du nun an der rechten oder der linken
Seite bist, solange du nicht dazwischen bist!"
Der Saft des Hasen:
Ein Jäger brachte Nasreddin Hodscha einen Feldhasen als Geschenk. Nasreddin
Hodschas Frau bereitete daraus ein schmackhaftes Gericht, das sie am Abend
gemeinsam mit dem Jäger verspeisten.
Ein paar Tage später klopfte es an der Tür. Als der Hodscha öffnete, sah er sich
einem Fremden gegenüber und fragte: "Wer bist du und was willst du?"
Der Fremde antwortete: "Ich bin der Nachbar des Jägers, der dir neulich den
Hasen gebracht hat."
Nasreddin Hodscha bat ihn herein und sie aßen gemeinsam zu Abend.
Eine Woche später klopfte ein anderer Unbekannter an die Tür. Auf Nasreddins
Frage, wer er sei, antwortete er: "Ich bin ein Verwandter des Nachbarn des
Jägers, der dir letzte Woche den Hasen geschenkt hat."
Auch ihn lud der Hodscha zum Essen ein.
Wieder verging eine Woche und wieder klopfte ein Unbekannter an Nasreddin
Hodschas Tür. Kaum hatte der Hodscha die Tür geöffnet, begann der Fremde: "Ich
bin ein Bekannter des Verwandten des Nachbarn des Jägers,..."
"... der mir neulich den Hasen gebracht hat", ergänzte der Hodscha resigniert.
"Also bitte, tritt ein."
Nasreddin Hodschas Frau brachte eine Suppentasse und setzte sie dem Gast vor.
Der fing an zu löffeln, verzog aber gleich den Mund und beschwerte sich: "Das
ist ja nur Wasser!"
Da erwiderte der Hodscha, dem die ungebetenen Besucher längst lästig waren: "Ja
mein Freund, das ist der Saft des Saftes des Saftes des Hasen!"
Sonnenlicht:
Einmal kam ein Nachbar zum Hodscha und beschwerte sich, dass das Sonnenlicht
nicht in sein Haus gelangte. Da fragte Hodscha ihn: “Gibt es Sonnenlicht in
deinem Garten?”
“Ja, natürlich” erwiderte der Mann. Nasreddin Hodschas Rat: “Dann versetze dein
Haus einfach in den Garten!”
Strafe für den Fuchs:
Einmal reiste Nasreddin Hodscha während des Fastenmonats Ramadan durch die
Dörfer, um milde Gaben für die Armen einzusammeln und um eine Anstellung als
Imam (Vorbeter in der Moschee) zu finden. Aber wo er auch hinkam, erhielt er
weder Almosen noch eine Anstellung.
Als er schließlich das siebente Dorf erreichte, sah er, dass dort große
Aufregung herrschte. Die Bewohner erzählten ihm, dass ein Fuchs in den letzten
Monaten viele Hühner, Enten und Truthähne gestohlen hatte. Sie hatten den Fuchs
gefangen und überlegten gerade, wie sie den Fuchs am besten zur Strecke bringen
könnten. Schließlich baten sie den Hodscha um Rat.
"Lasst mich die Sache erledigen!", beruhigte er sie. Die Dorfbewohner vertrauten
auf die Zuversicht in seiner Stimme und seinen weißen Bart eines Gelehrten und
überließen ihm das Schicksal des Fuchses.
Daraufhin zog der Hodscha seinen Mantel aus, legte seinen Turban ab und zog
beides dem Fuchs an. Dann ließ er ihn weglaufen.
"Was hast du getan!", riefen nun die Dorfbewohner aufgebracht. "Warum lässt du
den Fuchs entkommen?"
"Macht euch keine Sorgen!", erwiderte Nasreddin Hodscha. "Jeder, der ihn sieht,
wird ihn für einen weisen und heiligen Mann halten, und deshalb wird er bestimmt
nach einer Weile verhungert sein!"
Der Straßenverkäufer:
Ein Freund empfahl dem Hodscha, sauer eingelegtes Gemüse zu verkaufen, um damit
etwas Geld zu verdienen. Nasreddin Hodscha hielt das für eine gute Idee und
besorgte sich sogleich Gemüse und allerlei Geräte. Er befestigte zwei große
Fässer an beiden Seiten seines Esels und zog mit ihm los, um in den Straßen der
Stadt sein Gemüse anzupreisen.
Als sie in die erste belebte Gasse kamen, wollte der Hodscha gerade "Eingelegtes
Gemüse" rufen, aber gerade da schrie der Esel lauthals sein "Iaah" heraus, so
dass niemand den Hodscha hörte.
Nasreddin Hodscha versuchte sein Glück in der nächsten Gasse, aber dort erging
es ihm genauso. Gerade als er sein Gemüse anpreisen wollte, fing der Esel an zu
schreien. So ging es weiter, bis sie zum Marktplatz kamen.
Nasreddin Hodscha fing wieder an zu rufen: "Eingelegtes Gemüse", und genau in
diesem Moment übertönte der Esel ihn mit seinem "Iaah".
Empört drehte der Hodscha sich zu seinem Esel um und fuhr ihn an:
“Wer verkauft hier eigentlich Gemüse, du oder ich?!"
Ein Traum:
An einem heißen Sommertag hielt der Hodscha auf seiner Veranda ein Schläfchen.
Dabei träumte er, eine ihm völlig fremde Person wollte ihm zehn Goldstücke
geben. Der Unbekannte zählte dem Hodscha ein Goldstück nach dem anderen in die
Hand, bis er beim zehnten ankam, das er nur zögernd geben wollte.
Ungeduldig rief der Hodscha: “Mach schon, worauf wartest du! Du hast mir zehn
Goldstücke versprochen.”
Genau in diesem Augenblick wachte er auf, schaute sofort auf seine Hand und sah,
dass sie leer war. Da schloss er die Augen ganz schnell wieder, streckte seine
Hand aus und sagte: “Schon gut. Ich bin auch mit neun zufrieden!”
Treppensturz:
Eines Tages fragten die Nachbarn Nasreddin Hodscha: “Wir haben in deinem Haus
großen Lärm gehört und uns Sorgen gemacht. Was war denn los?” Der Hodscha
antwortete: “Mein Mantel fiel die Treppe herunter.”
Da erwiderten die Nachbarn sehr erstaunt: “Aber Hodscha, ein Mantel besteht doch
aus Stoff und macht keinen Lärm beim Fallen!”
Da erwiderte der Hodscha ungehalten: “Nun ja, ich steckte noch im Mantel drin!”
Unleserliche Handschrift:
Nasreddin Hodscha galt als gebildeter Mann, denn er hatte die besten Schulen der
Stadt besucht. Einmal suchte ihn ein armer Bauer auf, der weder lesen noch
schreiben konnte, und bat ihn, einen Brief für ihn zu schreiben.
“Wohin willst du den Brief denn schicken?” fragte Nasreddin Hodscha.
“Nach Bagdad”, erwiderte der Bauer.
“Da kann ich doch nicht hingehen!” erwiderte der Hodscha.
Verwundert sagte der Bauer: “Aber du musst doch gar nicht hingehen, ich möchte
nur den Brief hinschicken.”
Da erklärte ihm der Hodscha: “Verstehst du denn nicht? Niemand kann meine
Handschrift lesen. Darum müsste ich selbst hingehen, um den Leuten den Brief
vorzulesen.”
Vergessener Kopf:
Nasreddin Hodscha lieh einem Mann Geld. Als Wochen vergingen, ohne dass der Mann
seine Schulden beglich, ging der Hodscha mehrmals zum Haus des Mannes, um sein
Geld zurückzufordern. Aber jedes Mal kam die Frau des Mannes an die Tür und
sagte: "Mein Mann ist nicht zu Hause." Wohl oder übel musste Nasreddin Hodscha
unverrichteter Dinge wieder umkehren.
Als er eines Tages wieder bei dem Haus vorbeikam, sah er den Kopf des Mannes im
Fenster. Schnell klopfte er an der Tür, und wieder öffnete die Frau mit
derselben Leier: "Mein Mann ist nicht zu Hause!"
Da riet Nasreddin Hodscha der Frau empört: "Wenn er das nächste Mal ausgeht,
soll er seinen Kopf nicht zu Hause lassen!"
Volles Ehebett:
Nasreddin Hodschas Frau war gestorben, und nach einer Weile heiratete er erneut.
Seine neue Frau war eine Witwe, die ihren verstorbenen Mann noch immer sehr
betrauerte. Jeden Tag erzählte sie von seinen Vorzügen und seinen großartigen
Taten.
Eines Abends, als beide gerade schlafen gehen wollten, pries sie wieder die
Vorzüge des Verblichenen. Da riss Nasreddin Hodschas Geduldsfaden, und er rief
aus: “Gute Frau, wie sollen denn vier Leute in dieses Bett passen: du, dein
früherer Mann, ich und meine frühere Frau?”
Die Wäscheleine
Nasreddin Hodschas Nachbar wollte sich einmal eine Wäscheleine ausleihen. Der
Hodscha sagte ihm verlegen: "Verzeihung, aber ich benutze sie gerade. Ich habe
Mehl zum Trocknen daran aufgehängt." Der Nachbar fragte äußerst verwundert: "Wie
um alles in der Welt kann man Mehl an der Wäscheleine aufhängen???"
Da antwortete Nasreddin ihm lächelnd: "Nun, so schwierig ist das gar nicht, wenn
man seine Leine nicht verleihen möchte."
Warum es besser ist, rückwärts zu reiten 1
Als Nasreddin Hodscha eines Tages zusammen mit einigen Freunden auf dem Weg nach
Akschehir war, ritt er rückwärts auf seinem Esel. Seine Freunde fanden das sehr
eigenartig und fragten ihn deshalb: "Hodscha, warum reitest du deinen Esel
rückwärts?"
Der erwiderte: "Das ist ganz einfach. Wenn ich richtig herum auf meinem Esel vor
euch her reiten würde, dann wärt ihr beleidigt, weil ich euch den Rücken
zukehre. Wenn ihr vor mir reiten würdet, wäre ich nicht zufrieden. Deshalb ist
es ein Gebot der Höflichkeit, den Esel rückwärts zu reiten und euch ins Gesicht
zu sehen."
Warum es
besser ist, rückwärts zu reiten 2
Eines Tages setzte sich Nasreddin Hodscha verkehrt herum auf seinen Esel,
nämlich mit dem Gesicht nach hinten. Die Menschen, die ihm begegneten, fragten
ihn verwundert:
„Hodscha, warum reitest du falsch herum auf deinem Esel?“
Der Hodscha antwortete ihnen:
„Das ist ganz leicht zu erklären. Ich möchte nicht in dieselbe Richtung schauen
wie der Esel!“
Warum es besser ist,
rückwärts zu reiten 3
Eines Tages setzte sich Nasreddin Hodscha verkehrt herum auf seinen Esel,
nämlich mit dem Gesicht nach hinten. Die Menschen, die ihm begegneten, fragten
ihn verwundert:
„Hodscha, warum reitest du falsch herum auf deinem Esel?“
Der Hodscha antwortete ihnen:
„Das ist ganz leicht zu erklären. Ich möchte nicht in dieselbe Richtung schauen
wie der Esel!“
Weise Worte:
Eines Tages stellte sich Nasreddin Hodscha auf den Marktplatz der Stadt und
rief: “Kommt zusammen, all ihr Leute. Ich habe euch einige weise Worte
mitzuteilen.”
Alle Leute wurden neugierig und riefen:”Bitte sage sie uns schnell!”
Da fragte Nasreddin Hodscha: “Möchtet ihr reich werden, ohne zu arbeiten,
möchtet ihr ohne Anstrengung Gewinn machen, möchtet ihr ohne Probleme
weiterkommen?”
Ja, natürlich”, schrien alle Leute.
“Seht ihr, ich auch”, sagte der Hodscha und ließ die verdutzten Leute stehen.
Wenn es klappt ...
Einer von Nasreddin Hodschas Bekannten sah den Hodscha eines Tages am Ufer des
großen Sees in der Nähe von Akschehir sitzen. Neugierig kam er näher und
entdeckte, dass Nasreddin einen Löffel in der Hand hielt. Mit dem Löffel
schöpfte er etwas aus einem Gefäß und leerte den Löffel dann ins Wasser.
Erstaunt fragte der Mann: "Hodscha, was machst du denn da?" Nasreddin Hodscha
antwortete ernst: "Ich mache Jogurt." Verblüfft antwortete der Mann: "Wie soll
denn das funktionieren, der See besteht doch aus Wasser und nicht aus Milch!"
Nasreddin Hodscha schüttelte nachsichtig den Kopf und meinte: "Das weiß ich
auch. Aber überleg doch mal: wenn es klappt, können wir in Saus und Braus leben
wie die reichen und vornehmen Herren!”
Die wirkungsvolle Moschee:
Eines Tages hatte Nasreddin Hodscha eine wichtige geschäftliche Angelegenheit in
Bursa zu erledigen, der damaligen Hauptstadt. Es tauchte jedoch ein Problem auf,
das er ohne Hilfe nicht lösen konnte.
Ein Freund riet ihm, in der großen und berühmten Ulu-Moschee zu beten. Er
empfahl dem Hodscha: "Wenn du vierzig Tage hintereinander morgens vor dem Mihrab
(Gebetsnische) für dein Anliegen betest, wird dein Gebet erhört werden."
Nasreddin hielt sich genau an die Anweisungen seines Freundes, doch sein Gebet
wurde nicht erhört.
Einmal ging er in die kleinere und weniger prächtige Orhan-Moschee, um dort zu
beten. Noch am gleichen Tag wurden seine Gebete erhört und alle seine
Geschäftsprobleme auf wundersame Weise gelöst.
Da ging Nasreddin Hodscha zur Ulu-Moschee und rief mit lauter Stimme: "Du
solltest dich schämen, du riesengroße und prächtige Moschee. Deine einfache
kleine Nachbarmoschee hat etwas vollbracht, was dir nicht gelungen ist!"
Wo die Wassermelonen wachsen
An einem heißen Sommertag war der Hodscha mit seinem Esel unterwegs. Mittags
legte er sich zur Rast in den Schatten eines Walnussbaumes. Ganz in der Nähe sah
er ein Feld voller reifer Wassermelonen.
Nasreddin Hodscha dachte eine Weile nach, dann sagte er:
"Wie eigenartig ist doch Gott, der die großen Wassermelonen so geschaffen hat,
dass sie an einem kleinen Stengel wachsen, während die kleinen Walnüsse an einem
riesiggroßen Baum wachsen."
Genau in diesem Moment fiel eine Walnuss vom Baum und traf den Hodscha am Kopf.
Nasreddin Hodscha rieb seinen schmerzenden Schädel und sagte sinnend:
"Gott weiß es doch am besten, warum die Wassermelonen nicht auf Bäumen wachsen."
Evliya Çelebi’nin Seyahatname adlı eserinden derlenen
bilgilerin yeraldığı “Arşiv vesikalarına göre Nasreddin Hoca” adlı yazıda Evliya
Çelebi’nin .“Akşehir ulema ve sulehası, ayan ve sipahisi libası fakire giyerler.
Muhteşem adamları vardır. Cümle tüccar ehli hizmet, ehli sanat, garip dost
adamlarıdır. Evvela şehrin canibi kulesi haricindeki hıyaben içre ulema–i din,
simürgi ehli yakin elmevli Hazreti Eş Şeyh Hoca Nasreddin medfundur. Kendisi
Akşehirlidir” sözleri ile Akşehirli olması daha doğru gözükmektedir..
Nasreddin Hoca, Konya’da bir medreseye yerleşmiş ve öğrenimine başlamıştır. O
günlerde başından bir olay geçer. Şehirde bıçak taşıma yasağı vardır. Bir gece
şehrin Subaşı’sı, Nasreddin Hoca’nın üzerinde koca bir kasatura bulunca,
Nasreddin: (Kusura bakmayın!. Ben medrese öğrencisiyim. Bu kasatura ile de
kitaplardaki yanlışları kazırım.) diye özür diler. Subaşı’nın: (Bir yanlış için
bu kadar uzun kasaturaya ne lüzum var?) demesi üzerine en güzel cevabı verir: (Kitaplarda
bazen öyle yanlışlar var ki, bu kasatura bile az gelir!).
Nasreddin Hoca’nın Konya’da medrese öğrenimini tamamladıktan sonra, bir ara
gölge kadılığı yaptığını görüyoruz. Gölge kadıları, tecrübeli hâkimlerin yanında
çalışan ve bazı küçük davalara bakan kadı adaylarıdır. Odun kıran bir adamın
karşısında (hınk) diyen birinin oduncudan hak istemesi, vermeyince mahkemeye baş
vurması, Nasreddin’in bu davayı görürken, bir kese parayı şıngırdatarak: (Hadi
sen de paraların sesini al) diye hüküm vermesi, onun kadılık günlerindeki
anılarından biridir.
Nasreddin Hoca’yı bundan sonra, Akşehir’de gösterişsiz yaşantısı içinde, dert
çeken, uman, isteyen, efkârlanan, sonunda efkârını bir nüktede boğan bir halk
adamı olarak görüyoruz.
Bir ziyafete yeni kürküyle gitmiş. gördüğü itibar üzerine (Ye kürküm ye!.)
deyişinde insanı yalnızca dış görünüşü ile değerlendiren toplumun, doğuran kazan
hikâyesinde aç gözlülüğün, Akşehir Gölü’ne yoğurt çalarken: (Göl yoğurt tutar mı?)
diyenlere karşı: (Ya bir tutarsa!.) cevabındaki gerçek yönleri…
Bir gün kürsüye çıkıp ta: (Ey ahali ne söyleyeceğimi biliyor musunuz?) diye
sorduğunda, çevresindekilerden bazılarının “biliyoruz” bazılarının da
“bilmiyoruz” cevabını vermeleri üzerine: (O halde bilenler bilmeyenlere öğretsin!.)
diyerek kürsüden inmesi, az ders mi insanoğluna? Eğitimin temel yapısı, bilenin
bilmeyene öğretmesi demek değil midir?
Akşehir’deyken Moğol şehzadesi Keygatu ile aralarında geçen, sonraları
yanlışlıkla Timur’a mal edilen olaylar, pek iyi bilinen fil hikâyeleri,
Akşehir’de medrese hocalığı yaptığı günlerde tanınmış mollası İmad ve yanından
hiç ayırmadığı sevgili eşeği Bozoğlan, Nasreddin Hoca’nın yaşantısında önemini
her zaman korumuştur.
Eşeğinden düştüğü zaman gülenlere: (Ne gülüyorsunuz yahu, düşmeseydim zaten
inecektim) deyişi, yitirdiği eşeğini türkü söyleye söyleye ararken, bunun
nedenini soranlara: (Bir umudum şu dağın ardında, orada da bulamazsam, o zaman
seyredin bendeki ağıtı…) cevabını vermesi, onun renkli ve çok yönlü yaşantısının
anekdotları arasında yer alır.
Nasreddin Hoca, Akşehir’de evlenmiş, çoluk çocuğa karışmıştır. Onun iki kızından
Fatma Hatun ile Dürr-ü Melek’in mezar taşları, son yıllarda bulunmuş ve Akşehir
Müzesine kaldırılmıştır.
Hani bir fıkrası vardır. Nasreddin Hoca bir gün, çeşmeden su doldurması için
kızlarından birinin eline bir testi verir, sonra da testiyi kırmaması için sıkı
sıkı tembih ederek yanağına bir tokat indirir. Bunu görenler Hoca’ya çıkışırlar
(Kızın ne suçu vardı da tokatladın?) Hoca’nın cevabı ibret vericidir: (Testiyi
kırmaması için… Kırdıktan sonra, tokat atmışım, atmamışım ne önemi var? Önceden
vurursam, dikkat eder, kırmaz…) Mezar taşlarının birinin üzerinde Dürr-ü
Melek’in resmi de bulunmaktadır.
Nasreddin Hoca, yaşının seksene yaklaştığı bir sırada, 1284 yılında Akşehir’de
ölmüş, mezarı üzerine altı sütuna oturan kubbeli bir türbe yaptırılmıştır.
Kubbenin altında, Nasreddin Hoca’ya ait mermer bir sanduka görülür. Bu
sandukanın baş tarafındaki kitabede, Hoca’nın ölüm tarihi olan 683 Hicri yılı,
tuhaflık olsun diye ters yazılmıştır. Burada, her yönü açık olan Türbeyi
kilitleyen Selçuklu devri kilidi, bir sembol olarak yer alır.
Nasreddin Hoca’nın ölümü, onun yeniden doğumu olmuştur. Onun, toplumun temeline
oturan sağlam fikir yapısı, her geçen yılla geçerli olmuş, yüzyıllar onu daha
dinç, daha diri yapmış, şöhreti, Türkiye sınırlarını da aşarak dünyayı sarmıştır.
Akşehirliler, çok sevdikleri Nasreddin Hocaları için her yıl Temmuz ayında
festivaller düzenler. Bu festivallerde, Nasreddin Hoca’nın ağzından bir türlü
huzura kavuşamayan dünyamıza, iyilik ve mutluluk mesajlarıı yayınlanır.